Frankreichaustausch - Realschule Bad Königshofen

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Frankreichaustausch

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„Hier essen sie den ganzen Tag“

Austausch zwischen Schülern der französischen Stadt Soissons und der Realschule Bad Königshofen
Zum ersten Mal gab es 2010 einen Austausch zwischen Schülern der französischen Stadt Soissons und der Realschule Bad Königshofen. 30 junge Franzosen und ihre Begleiter erlebten eine ereignisreiche Woche, die sicher Auswirkungen auf das gegenseitige Verhältnis der Nachbarstaaten im Sinne der Völkerverständigung haben wird. Am Freitag stand ein Empfang im Rathaus auf dem Programm, dort informierte Bürgermeister Thomas Helbling über die Stadt, verteilte Buchpräsente an die Begleiter und bat die Besucher, sich ins Gästebuch einzutragen.
Wahlpflichtfach in den Klassen sieben bis zehn ist Französisch in der Dr.-Karl-Grünewald-Realschule, deshalb kam Schulleiterin Gabriele Went auf die Idee, einen Schüleraustausch zu initiieren, zwecks Vertiefung der Sprachkenntnisse auf beiden Seiten.
Auf der Suche nach einer geeigneten Partnerschule mit Hilfe des Pädagogischen Austauschdienstes kam sie in Kontakt mit dem College in Soissons, einer Stadt mit mehr als 28 000 Einwohnern, die nordöstlich von Paris in der Picardie liegt. Man habe ähnliche Vorstellungen von dem Austausch gehabt und sei auf der gleichen Wellenlänge, deshalb sei der Austausch relativ schnell organisiert worden, sagte Went.
Die Schüler wohnten bei Gasteltern und lernten so das Leben in einer deutschen Stadt hautnah mit. Am Dienstag kamen sie an und wurden an die Gasteltern übergeben. Eine Fahrt nach Würzburg mit Stadtführung und Besuch der Residenz standen am nächsten Tag auf dem Programm. Am Donnerstag war Schulunterricht angesagt, am Nachmittag ging es zum Grenzmuseum in Henneberg mit anschließender Führung durch Meiningen. An den Schultagen haben Schüler für die Gastschüler in der Schulküche der Realschule gekocht. Am Samstag stand ein Besuch in Buchenwald mit Führung auf dem Programm.
Was werden die Jugendlichen mitnehmen, wie waren ihre Eindrücke? Deutschlehrer Jean-Francois Rio berichtete, dass die Schüler sich bei den Gasteltern sehr wohl und gut aufgenommen gefühlt haben und erstaunt waren über die schöne Ausstattung der Häuser. An vielen Details haben sie die Unterschiede zwischen den Ländern erkannt. Beispielsweise dauert der Unterricht in Frankreich viel länger, normalerweise bis 17 Uhr, dafür sind die Sommerferien auch länger (zwei Monate in Frankreich). „Hier essen sie den ganzen Tag“, war einer der Eindrücke, denn in Frankreich gibt es keine Zwischenmahlzeiten wie Kaffee am Nachmittag.
„Was die Schüler auch mit nach Hause nehmen, ist der Eindruck von den heutigen Generationen in Deutschland, die mit den Nazis nichts mehr zu tun haben“, sagte Rio. Die Geschichte der Picardie sei sehr geprägt von zwei Weltkriegen, die von deutscher Seite ausgingen. Die Kriegsgräber zeugen heute noch davon. Wenn die Schüler sich nach ihrer Rückkehr mit den Großeltern unterhalten, können sie denen erzählen, dass hier ganz normale Menschen leben, die mit der Nazizeit nichts mehr zu tun haben.


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